Das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) ermöglicht Rechtsanwälten die sichere elektronische Kommunikation mit der Justiz und untereinander. Ab dem 1. Januar 2016 wird jeder in Deutschland zugelassene Rechtsanwalt über ein solches elektronisches Postfach erreichbar sein. Rechtliche Grundlage für das beA ist das Gesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten vom 10. Oktober 2013 (ERV-Gesetz).

Die BRAK entwickelt das beA

Der Gesetzgeber hat die BRAK mit einem neuen § 31a BRAO verpflichtet, allen in der Bundesrepublik zugelassenen Rechtsanwälten zum 1. Januar 2016 ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach einzurichten. Darüber hinaus wurde der BRAK die Aufgabe zugewiesen, die elektronische Kommunikation der Rechtsanwälte mit Gerichten, Behörden und sonstigen Dritten zu unterstützen (§ 177 Abs. 2 Nr. 7 BRAO).

Sicher und einfach 

Oberste Prämisse bei der Entwicklung des beA ist die Sicherheit des Systems. Durch die Verwendung neuester Authentifizierungs- und Verschlüsselungstechniken wird gewährleistet, dass sich kein Unbefugter Zugang zum Postfach verschaffen kann. Auch die BRAK ist nicht in der Lage, die Inhalte zu lesen.

Daneben wurde besonderer Wert auf den einfachen Zugriff und eine hohe Nutzerfreundlichkeit gelegt: Jeder Rechtsanwalt mit einem Computer und Internetanschluss kann über einen herkömmlichen Internet-Browser oder über eine Kanzlei-Software auf das beA zugreifen. Im Aussehen ähnelt das beA gängigen E-Mail-Verwaltungssystemen mit der von dort bekannten Ordnerstruktur: Posteingang, Postausgang, Entwürfe etc.

Rechtsanwälte können Mitarbeitern oder Kollegen verschiedene Befugnisse, beispielsweise Nur-Lese-Befugnisse oder auch Versendungsbefugnisse, erteilen. So ist die kanzleitypische Arbeitsteilung auch mit der Nutzung des beA möglich.