Das beA wird ohne komplizierte technische Voraussetzungen zugänglich sein. Einerseits über einen sogenannten Webclient, der über einen der üblichen Webbrowser – Internet Explorer, Chrome, Firefox, Safari etc. – erreicht werden kann. Damit erhalten auch Kolleginnen und Kollegen, die bisher noch ohne Kanzleisoftware arbeiten, einen unkomplizierten Zugang zum beA. Für die Kanzleisoftwarebenutzer erfolgt der Zugang andererseits direkt aus der Anwendung heraus, dazu erhalten die Hersteller eine entsprechende Schnittstelle, die eine Implementierung des Postfaches ermöglicht.

Der einfache Zugang über einen Webclient wird auch das mobile Arbeiten mit einem Notebook ermöglichen. Die Nutzung von Tablet und Smartphones wird dagegen wegen der noch offenen Frage der Einbindung eines Kartenlesegerätes noch nicht sofort möglich sein. Langfristig wird hier an einer zufriedenstellenden Lösung gearbeitet.

Grundsätzlich werden für die Benutzung des beA ein Computer mit Internetzugang, auf dem einer der gängigen Browser oder eine Kanzleisoftware installiert ist sowie eine Chipkarte – gegebenenfalls mit Signaturfunktion – und ein Kartenlesegerät benötigt. Für eine effektive Nutzung des beA sind darüber hinaus ein Drucker und ein Scanner sinnvoll. Für die Erstregistrierung ist mindestens die beA-Karte Basis erforderlich.

Sicherlich bedeuten diese Anschaffungen zunächst einmal einen gewissen finanziellen Aufwand für jede Kanzlei. Demgegenüber stehen jedoch deutliche Ersparnisse bei den Papier- und Portokosten und vor allem auch langfristige Vereinfachungen in den alltäglichen Arbeitsabläufen. Dabei fügt sich das beA selbstverständlich umso besser in den Arbeitsalltag ein, je stärker die Kanzlei bereits digitalisiert ist. Auch wenn die Nutzung des beA eine elektronische Aktenführung nicht voraussetzt, bietet die Einführung doch eine gute Gelegenheit, insgesamt über eine Digitalisierung der Kanzlei nachzudenken.

 

Bestellung der beA-Karte

Mit der Herstellung und Ausgabe der beA-Karte wurde die Bundesnotarkammer (BNotK) beauftragt, die dazu eine Internetseite eingerichtet hat: www.bea.bnotk.de. Die Bestellung der beA-Karte ist ausschließlich nur über die genannte Webseite möglich. Der Herstellungsprozess und der Kartenversand laufen weiter (siehe hierzu die Pressererklärung der BRAK vom 09.06.2016, AGH Verfahren in Sachen beA). Für den Bestellprozess ist eine eindeutige Identifikationsnummer, die persönliche Antragsnummer, erforderlich, die die BRAK jeder Rechtsanwältin und jedem Rechtsanwalt in einem persönlichen Brief im August 2015 und nochmals im Juni 2016 mitgeteilt hatte. Sollten Sie das Schreiben nicht erhalten haben, wenden Sie sich bitte per E-Mail unter bea@bnotk.de an die BNotK. Bitte prüfen Sie in diesem Fall vorher Ihre Adressdaten, die Sie bei Ihrer zuständigen Kammer hinterlegt haben, die die Grundlage für die beA-Kommunikation bildet. Ihre Daten sind jederzeit im Bundesweitern Amtlichen Anwaltsverzeichnis einsehbar unter www.rechtsanwaltsregister.org. Änderungen nimmt Ihre zuständige Rechtsanwaltskammer entgegen.

Die beA-Karte ist als beA-Karte Basis erhältlich, die für die Erstregistrierung und die tägliche Anmeldung verwendet werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit die Basiskarte mit einem Signaturzertifikat auszustatten, sodass darüber hinaus auch das Signieren von Dokumenten möglich ist (beA-Karte Signatur). Die beA-Karte Basis kostet 29,90 Euro, die beA-Karte Signatur 49,90 Euro, jeweils zzgl. Mehrwertsteuer in einem 2-Jahres Abonnement. Für die Bestellung ist die Erteilung einer SEPA-Einzugsermächtigung erforderlich, außerdem muss für die weitere Kommunikation eine gültige E-Mail-Adresse angegeben werden. Über die BNotK können geeignete Kartenlesegeräte und weitere Chipkarten zum Zugriff auf das beA-Postfach, beispielsweise für Mitarbeiter erworben werden.

(Aktualisiert: 20.06.2016)