Gibt es eine gesetzliche Verpflichtung zur Nutzung des beA?

Eine ausdrückliche gesetzliche Verpflichtung besteht nicht. Der Gesetzgeber hat jedoch die Bundesrechtsanwaltskammer im neuen § 31a BRAO (i.d.F. des Gesetzes zur Förderung des Elektronischen Rechtsverkehrs) beauftragt, für jeden zugelassenen Rechtsanwalt ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach einzurichten. Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Als Starttermin des beA ist der 29.09.2016 festgelegt worden.

Der Anwaltsgerichtshof Berlin hat die BRAK im Wege der einstweiligen Anordnung verpflichtet, ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) für die antragstellenden Rechtsanwälte nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung zum Empfang frei zu schalten (vgl. Pressemitteilung v. 09.06.2016, 7/2016)

Die BRAK bereitet den Start des beA weiter vor, denn dazu ist sie unabhängig von den Beschlüssen des AGH Berlin verpflichtet. Die BRAK wird indes die Beschlüsse des AGH Berlin selbstverständlich respektieren, solange sie nicht aufgehoben oder abgeändert sind.

Der Entwurf einer Verordnung über die Rechtsanwaltsverzeichnisse und die besonderen elektronischen Anwaltspostfächer (Rechtsanwaltsverzeichnis- und -postfachverordnung – RAVPV) des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sieht eine Übergangszeit bis zum 31.12.2017 für Zustellungen und sonstige Nachrichten an das beA vor. In dieser Übergangszeit soll nach den Regelungsvorschlägen der Postfachinhaber Zustellungen und sonstige Nachrichten nur mit seinem Einverständnis gegen sich gelten lassen müssen. In ihrer Stellungnahme (Stellungnahme 2016/19) schreibt die BRAK, dass sie es zwar vorgezogen hätte, wenn von der Konzeption des Gesetzes zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten nicht abgewichen würde, dass sie sich mit der Einführung einer Erprobungsphase aber einverstanden erklären könne. Die Übergangsfrist bis zum 31.12.2017 kritisiert die BRAK jedoch als zu lang.

(Aktualisiert: 21.07.2016)

Was passiert, wenn ich die beA-Karte nicht beantrage?

Jeder Rechtsanwalt wird über das beA adressierbar sein. Das gilt unabhängig davon, ob zuvor eine beA-Karte bestellt und damit die Erstregistrierung vorgenommen wurde. Das heißt, man läuft Gefahr, wichtige Post zu verpassen, wenn die beA-Karte nicht bestellt wurde und damit auf das Postfach nicht zugegriffen werden kann.

Gibt es hinsichtlich des beA Sonderregelungen für angestellte Rechtsanwälte?

Jeder zugelassene Rechtsanwalt wird nach dem Willen des Gesetzgebers ein eigenes beA erhalten. Das gilt unabhängig von der jeweiligen Kanzleiorganisation. Das heißt auch, Rechtsanwälte, die nicht in eigenem Namen nach Außen auftreten, werden über das beA erreichbar sein und müssen dafür Sorge tragen, dass Posteingänge im beA zur Kenntnis genommen beziehungsweise bearbeitet werden. Eine automatische Weiterleitung aller Nachrichten zu einem anderen beA-Postfach ist nicht möglich.

Werden auch Syndikusrechtsanwälte ein beA erhalten?

Syndikusrechtsanwältinnen und Syndikusrechtsanwälte werden ein elektronisches Postfach erhalten.

Nach dem Gesetz zur Neuordnung des Rechts der Syndikusanwälte gilt die Tätigkeit als Syndikus in einem Unternehmen als anwaltliche Tätigkeit und es erfolgt dafür eine gesonderte Zulassung als so genannter Syndikusrechtsanwalt. Aus dem neuen § 46c BRAO ergibt sich, dass für einen Syndikusrechtsanwalt mit mehreren Beschäftigungsverhältnisses mehrere Postfächer eingerichtet werden.

Das bedeutet, dass Syndikusrechtsanwälte, die zugleich über eine Zulassung als Rechtsanwalt verfügen, zukünftig mindestens zwei besondere Anwaltspostfächer erhalten werden, über die sie jeweils tätigkeitsbezogen mit Kollegen, Gerichten und Rechtsanwaltskammern kommunizieren können.

Die Neuregelung bzgl. der Syndikus-Postfächer tritt zum 1. Oktober 2016 in Kraft, aber die BRAK hat dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereits mitgeteilt, dass sie die Postfächer bis zu diesem Zeitpunkt nicht einrichten können wird. Die vom Gesetzgeber vorgesehene zu knappe Frist reicht hierfür nicht aus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Postfächer für Syndikusrechtsanwälte nicht einfach weitere beA-Postfächer sind. Vielmehr müssen neue Postfachtypen mit den erforderlichen Anpassungen an vielen Stellen des Gesamtsystems, angefangen bei der Datenübertragung von den Kammern, entwickelt werden. Eine kurzfristige technische Lösung, die zugleich ausschließt, dass es zu einer weiteren Verzögerung der Einführung des beA kommt, steht der BRAK leider nicht zur Verfügung.

Sobald die BRAK verlässliche Aussagen zum Zeitplan der Umsetzung machen kann, wird sie umgehend über das Internet, die Rechtsanwaltskammern und den Newsletter informieren.

Gibt es ein Kanzleipostfach? Wie sieht es für Rechtsanwaltsgesellschaften aus?

Der Gesetzgeber hat in dem ab 1.1.2016 geltenden neuen § 31a BRAO festgelegt, dass alle zugelassenen Rechtsanwälte ein beA erhalten. Für Kanzleien, auch solche, die als Rechtsanwaltsgesellschaft organisiert sind, ist kein eigenes beA-Postfach vorgesehen.

Das beA selbst ist aber nur der Übertragungsweg, in den Nachrichten selbst beziehungsweise in den angehängten Dokumenten kann deutlich gemacht werden, dass ein Handeln für die Kanzlei/Gesellschaft vorliegt.

Die BRAK hat jedoch in der Stellungnahme Nr. 16/2016 zu dem Referentenentwurf des BMJV eines Gesetzes zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie und zur Änderung weiterer Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe ausgeführt:

„Unabhängig von den vorstehenden Bedenken gegenüber der Einrichtung weiterer beA-Postfächer im Zusammenhang mit weiteren Kanzleien regt die Bundesrechtsanwaltskammer dringend an, vorzusehen, die nach § 59c Absatz 1 BRAO i.V.m. 59l Absatz 1 BRAO postulationsfähigen Rechtsanwaltskapitalgesellschaften ins Rechtsanwaltsverzeichnis aufzunehmen und für sie ein beA einzurichten. Rechtsanwaltsgesellschaften sind bereits Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, so dass es ein Leichtes wäre, über das bestehende System für sie die Postfächer einzurichten. Wegen der Postulationsfähigkeit der Rechtsanwaltsgesellschaft muss sie auch am elektronischen Rechtsverkehr teilnehmen. Ihr muss deshalb automatisch ein beA eingerichtet werden.“

Ich bin in mehreren Kanzleien tätig, bekomme ich mehrere Postfächer?

Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass jeder zugelassene Rechtsanwalt nur ein beA erhält.

Der Referentenentwurf des BMJV eines Gesetzes zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie und zur Änderung weiterer Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe schlägt jedoch vor, dass Rechtsawälte für „weitere Kanzleien“ auch weitere Postfächer erhalten können.

Kann das beA für Mahnverfahren genutzt werden?

Mahnverfahren lassen sich mit dem beA betreiben. Das beA hat eine Auswahlmöglichkeit für Nachrichtentypen, dort lässt sich der Nachrichtentyp „Mahn-Antrag“ auswählen. Die Datei mit den Mahnantragsdaten wird der Nachricht angehängt und kann so an das zuständige Mahngericht gesandt werden.

Weshalb ist eine Erstregistrierung notwendig?

Rechtsanwälte müssen sich vor der erstmaligen Nutzung ihres Postfaches im beA-System registrieren. So wird sichergestellt, dass nur zugelassene Rechtsanwälte ein Postfach besitzen. Zu dieser erstmaligen Anmeldung an ihrem jeweiligen Postfach wird aus Gründen der Sicherheit eine spezielle beA-Karte benötigt, auf der die Postfachnummer enthalten ist. Einzelheiten zum Bestellverfahren der beA-Karte finden Sie hier.

Wo kann ich meine beA-Karte bestellen?

Mit der Herstellung und Ausgabe der beA-Karte wurde die Bundesnotarkammer (BNotK) beauftragt, die dazu eine Internetseite eigerichtet hat: www.bea.bnotk.de. Die Bestellung der beA-Karte ist ausschließlich nur über die genannte Webseite möglich. Der Herstellungsprozess und der Kartenversand laufen weiter (siehe hierzu die Pressererklärung der BRAK vom 09.06.2016, AGH Verfahren in Sachen beA). Für den Bestellprozess ist eine eindeutige Identifikationsnummer, die persönliche Antragsnummer oder die SAFE-ID, erforderlich, die die BRAK jeder Rechtsanwältin und jedem Rechtsanwalt im Juni 2016 mitgeteilt hat. Bitte prüfen Sie vor der Bestellung Ihre Adressdaten, die Sie bei Ihrer zuständigen Kammer hinterlegt haben, die die Grundlage für die beA-Kommunikation bildet. Ihre Daten sind jederzeit im Bundesweitern Amtlichen Anwaltsverzeichnis einsehbar unter www.rechtsanwaltsregister.org. Änderungen nimmt Ihre zuständige Rechtsanwaltskammer entgegen.

Die beA-Karte ist als beA-Karte Basis erhältlich, die für die Erstregistrierung und die tägliche Anmeldung verwendet werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit die Basiskarte mit einem Signaturzertifikat auszustatten, sodass darüber hinaus auch das Signieren von Dokumenten möglich ist (beA-Karte Signatur). Die beA-Karte Basis kostet 29,90 Euro, die beA-Karte Signatur 49,90 Euro, jeweils zzgl. Mehrwertsteuer in einem 2-Jahres Abonnement. Für die Bestellung ist die Erteilung einer SEPA-Einzugsermächtigung erforderlich, außerdem muss für die weitere Kommunikation eine gültige E-Mail-Adresse angegeben werden. Über die BNotK können geeignete Kartenlesegeräte und weitere Chipkarten zum Zugriff auf das beA-Postfach, beispielsweise für Mitarbeiter erworben werden.

(Aktualisiert: 14.07.2016)

Weshalb wird eine spezielle beA-Karte zur Erstregistrierung gebraucht?

Mit dem beA-System wird künftig die elektronische Kommunikation mit der Justiz und mit den Kollegen auf sicherem Wege möglich sein. Dazu werden die Nachrichten im beA-System Ende-zu Ende verschlüsselt, das heißt, sie werden auf dem Rechner des Absenders ver- und erst auf dem Rechner des Empfängers wieder entschlüsselt. Ein weiteres wichtiges Merkmal beim beA ist die detaillierte Rechteverwaltung. Jeder Rechtsanwalt kann Dritte berechtigen, auf sein Postfach zuzugreifen und demjenigen dabei bestimmte Befugnisse einräumen.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Rechteverwaltung erfordern ein besonderes Sicherheitskonzept: Es muss gewährleistet werden, dass ausschließlich Rechtsanwälte ein beA erhalten und dann auch nur diese anderen Personen Zugriffsbefugnisse erteilen können. Deshalb gibt für die Erstregistrierung eine besondere beA-Karte, auf der die jeweilige Postfachnummer (SAFE-ID) enthalten ist. Diese Karte erhalten nur in der Bundesrepublik zugelassene Rechtsanwälte, der Abgleich erfolgt dabei über das Bundesweite Amtliche Rechtsanwaltsverzeichnis, das täglich aktualisiert wird.

 

Kann eine bereits vorhandene Signaturkarte weiterverwendet werden?

Die Weiterverwendung einer bereits vorhandenen Signaturkarte ist möglich. Allerdings wird für die Erstregistrierung eines Rechtsanwaltes im beA-System dennoch mindestens die beA-Karte Basis benötigt.

Wenn Sie bereits über eine Signaturkarte verfügen, können Sie für die Erstregistrierung die beA-Karte Basis verwenden.

Einzelheiten zum Bestellverfahren der bea-Karte finden Sie hier.

Kann der neue Personalausweis (nPA) für das tägliche Anmelden am beA-Postfach verwendet werden?

Für die Nutzung des beA sind besondere Zertifikate nötig, die auf dem Chip der beA-Karte enthalten sind. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Authentisierungszertifikat, ein Ver- und Entschlüsselungszertifikat und gegebenenfalls ein Signaturzertifikat. Der neue Personalausweis enthält nur zwei dieser Zertifikate, nämlich ein Authentisierungszertifikat und gegebenenfalls ein Signaturzertifikat und genügt deshalb den Anforderungen nicht.

Braucht jeder Rechtsanwalt/jeder Mitarbeiter ein eigenes Kartenlesegerät?

Karten und Lesegeräte sind nicht miteinander gekoppelt, so dass, wenn es organisatorisch möglich ist, auch mehrere Personen ein Lesegerät verwenden können.

Eine ausführliche Dokumentation geeigneter Kartenlesegeräte und Signaturkarten finden Sie hier.

Benötigt jeder Mitarbeiter für jedes Postfach, auf das er Zugriff erhalten soll, jeweils eine Mitarbeiterkarte/ein beA-Softwarezertifikat?

Jeder Mitarbeiter, der Zugriff auf ein Postfach erhalten soll, benötigt nur eine Mitarbeiterkarte oder ein Softwarezertifikat. Das gilt auch, wenn der Zugriff auf mehrere Postfächer eingeräumt werden soll.

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Mitarbeiter-Chipkarte und einem beA-Softwarezertifikat?

Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten ist das Sicherheitsniveau und die notwendige Ausstattung. Für eine Mitarbeiter-Chipkarte ist ein Lesegerät notwendig, um die Chipkarte auslesen zu können. Dadurch ist das Sicherheitsniveau bei einer Mitarbeiter-Chipkarte höher, da die PIN-Eingabe besonders geschützt wird.

Die Mitarbeiter-Chipkarte ist mit einem fortgeschrittenen Zertifikat ausgestattet. Damit kann der Mitarbeiter eines Rechtsanwalts sich am beA anmelden und, je nach Umfang der übertragenen Rechte, beispielsweise Nachrichten lesen und versenden. Wenn die entsprechende Befugnis erteilt wurde, können Mitarbeiter auch anderen Personen Rechte am Postfach einräumen.

Das beA-Softwarezertifikat ist ein fortgeschrittenes Softwarezertifikat, das auf einem Speichermedium wie einem USB-Stick oder auf dem Rechner direkt installiert wird. Ist der Mitarbeiter dazu befugt worden, kann er die Nachrichten im Postfach lesen oder/und Nachrichten absenden. Das Recht, selbst Befugnisse zu vergeben, kann einem Mitarbeiter, der ein Softwarezertifikat zur Anmeldung nutzt, aus Sicherheitsgründen nicht verliehen werden.

Sind für das beA bestimmte Kartenleser vorgeschrieben?

Es muss ein Kartenlesegerät verwendet werden, das mit einem Tastaturblock, dem sogenannten PIN-Pad, ausgestattet und in Deutschland für die Erstellung einer qualifizierten elektronischen Signatur zugelassen ist. Für den grundsätzlichen Zugang zum beA ist ein Chipkartenlesegerät der Sicherheitsklasse 2 ausreichend (z. B. für den Zugang mit der beA-Karte Basis). Besteht die Absicht, die beA-Karte Basis mit einer Signierfunktion aufzuladen, kann aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen an die PIN-Eingabe und das qualifiziert elektronische Signieren für die PIN-Verwaltung nur ein Lesegerät der Klasse 3 verwendet werden. Bitte beachten Sie auch, dass für die PIN-Änderung über die von der Bundesnotarkammer bereitgestellte Anwendung (siehe PIN-Brief) nur aktuelle Chipkartenlesegeräte der Klasse 3 verwendbar sind.

Die Zertifizierungsstelle der Bundesnotarkammer bietet zwei geeignete Chipkartenleser an. Sie können aber auch Geräte anderer Anbieter verwenden – hierzu gibt es eine ausführliche Dokumentation unterstützter Signaturkarten und Chipkartenlesegeräte unter http://bea.brak.de/was-braucht-man-fur-bea/chipkarte-und-kartenlesegeraet/.“

Darüber hinaus hat die Bundesnetzagentur Listen mit Produkten, die im Zusammenhang mit der Nutzung elektronischer Signaturen genutzt werden können, erstellt. Die dort enthaltenen Kartenlesegeräte erfüllen die gesetzlichen Anforderungen des Signaturgesetzes und der Signaturverordnung, das wurde entweder durch die Hersteller der Geräte selbst oder durch unabhängige Prüfstellen bestätigt. Produktlisten der Bundesnetzagentur
Erläuterung zur Produktliste der Bundesnetzagentur

Wie lange ist die Vertragslaufzeit meiner beA-Karte?

Nachdem die Bundesrechtsanwaltskammer einen neuen Starttermin für das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) verkündet hat, hat die Zertifizierungsstelle der Bundesnotarkammer die Produktion und den Versand von beA-Karten wieder aufgenommen. Damit soll sichergestellt werden, dass allen Berufsträgern die beA-Karte rechtzeitig zum beA-Start am 29.09.2016 zugeht.

Bis zur Einrichtung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs zum angekündigten Starttermin hat die BNotK die Vertragslaufzeit der Verträge kostenlos verlängert. Der in der Rechnung angegebene Leistungszeitraum, der mit dem Tag der Rechnungsstellung beginnt, endet daher im ersten Vertragsjahr erst am 30.09.2017. Insgesamt bezahlen Sie für die ersten beiden Jahre der 24-monatigen Vertragslaufzeit, also vom Tag der Rechnungsstellung bis zum 30.09.2017 im ersten Vertragsjahr sowie vom 01.10.2017 bis zum 30.09.2018 im zweiten Vertragsjahr, damit nicht mehr als zwei Mal 29,90 EUR zzgl. USt. für eine beA-Karte Basis bzw. 49,90 EUR zzgl. USt. für eine beA-Karte Signatur.

Bei weiteren Rückfragen zur Rechnungslegung wenden Sie sich bitte per E-Mail an den Support der BNotK unter bea@bnotk.de.

Können beliebige Dateiformate versendet werden und werden diese automatisch verschlüsselt?

Für die Kommunikation mit der Justiz sehen die entsprechenden Verordnungen der Länder bestimmte Dateiformate vor. Das beA selbst schränkt die versendbaren Dateiformate nicht ein. Allerdings werden beim Hochladen bestimmter kritischer Formate (Schadsoftware), wie z.B. *.exe, *.com, *.bat, *.cmd, *.Ink im beA Warnmeldungen ausgegeben.

Alle Dateien werden auf dem Computer des Absenders automatisch ver- und erst wieder beim Empfänger entschlüsselt.

Wie groß dürfen die Anhänge maximal sein?

Das beA selbst sieht keine Volumenbegrenzung für Nachrichten vor. Allerdings wird von Seiten der Justiz nur ein bestimmtes Datenvolumen akzeptiert. Dieses liegt aktuell bei maximal 100 Anhängen pro Nachricht, die insgesamt 30 MB umfassen dürfen.

Wird es beim Versenden einer Nachricht an die Justiz eine automatische Eingangsbestätigung wie beim EGVP geben?

Im Rahmen des sogenannten OSCI-Standards erhält der Absender nach dem Versand einer Nachricht an die Justiz als Eingangsbestätigung den sogenannten Laufzettel. Dieser zeigt dem Absender, dass die versendete Nachricht auf dem OSCI-Manager gespeichert wurde und vom Empfänger abgeholt werden kann. Die Eingangsbestätigung enthält Informationen aus dem vom OSCI-Manager signierten OSCI-Laufzettel, beispielsweise den Eingangszeitpunkt auf dem Intermediär, und gilt als Nachweis für die Fristwahrung.

Wie kann nachgewiesen werden, dass eine Nachricht an einen Kollegen tatsächlich gesendet wurde und auch im Postfach des Empfängers gelandet ist?

Bei einer Nachricht innerhalb des beA-Systems, also von Rechtsanwalt zu Rechtsanwalt, werden die Sende- und Empfangsinformationen in den jeweiligen Journalen gespeichert.

Was passiert mit dem Postfach nach Ablauf des Verschlüsselungszertifikats?

Anders als beim Elektronischen Gerichts- und Verwaltungspostfach gibt es beim beA keinen Zusammenhang zwischen der Gültigkeit des Verschlüsselungszertifikats des Benutzers und der Wiederaktivierung eines Postfaches. Zum Zeitpunkt des Zugriffs auf eine Nachricht muss ein gültiges Verschlüsselungszertifikat in der Benutzerverwaltung hinterlegt sein, und dieses Zertifikat muss die Berechtigung zum Entschlüsseln der verschlüsselten Nachrichten des Postfaches haben. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, so können die im Postfach enthaltenen Nachrichten auf dem Client entschlüsselt und gelesen werden.

Ist das Verschlüsselungszertifikat (z.B. von einer Signaturkarte) abgelaufen, so muss der Benutzer ein neues gültiges Verschlüsselungszertifikat hinterlegen. Dieser Prozess unterscheidet sich in Abhängigkeit zur Benutzergruppe (z.B. Rechtsanwalt oder berechtigter Mitarbeiter) in einzelnen Details. Das Postfach eines Rechtsanwaltes kann aber nach Erneuerung des abgelaufenen Verschlüsselungszertifikats wieder vollständig genutzt werden.

Ist die Speicherkapazität im beA begrenzt?

Grundsätzlich ist die Speicherkapazität eines Postfaches nicht begrenzt. Das beA ist jedoch nicht als Archiv konzipiert, deshalb sollten gelesene Nachrichten alsbald exportiert oder gelöscht werden. Rechtsanwälte, die eine Kanzleisoftware einsetzen, können den Export über die Software steuern.

Können die Nachrichten aus dem beA direkt über eine E-Mail-Funktion an Dritte (beispielsweise Mandanten) weitergeleitet werden?

Eine Weiterleitung einer beA-Nachricht per E-Mail ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich, weil die beA-Nachrichten „Ende-zu-Ende“ verschlüsselt sind. Zudem ist die Kommunikation mit einem vorbestimmten Personenkreis vorgesehen, wie Rechtsanwälten, Gerichten und den regionalen Rechtsanwaltskammern. Eine Einbindung von Mandanten in das beA-System ist vom Gesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs nicht vorgesehen. Die im beA vorhandenen Nachrichten können aber inklusive der Anhänge exportiert und dann weitergeleitet oder ausgedruckt werden.

Kann auf das beA auch über mobile Geräte zugegriffen werden?

Der Zugriff auf das beA ist über Smartphones und Tablets in der ersten Stufe nicht möglich. Für die Anbindung z.B. von Kartenlesegeräten fehlen dafür aktuell die technischen Möglichkeiten. Für die Folgeentwicklung ist eine Erweiterung auf solche mobile Geräte aber geplant.

Gibt es Besonderheiten beim Kammerwechsel zu beachten?

Falls Sie ab August 2015 Ihre Kammerzugehörigkeit gewechselt haben oder derzeit planen, die Kammer zu wechseln, gelten folgende Hinweise:

  • Falls Sie noch keine beA-Karte bestellt haben und am 12.05.2016 bereits Mitglied Ihrer jetzigen (neuen) Kammer waren und keinen weiteren Kammerwechsel vor dem 29.09.2016 planen, können Sie mit der SAFE-ID, die Sie im Schreiben des BRAK-Präsidenten vom 06.06.2016 unterhalb der Betreffzeile finden, Ihre beA-Karte bestellen.
  • Falls Sie noch keine beA-Karte bestellt haben und nach dem 12.05.2016 Ihre Kammer gewechselt haben, werden in Kürze an dieser Stelle weitere Informationen veröffentlicht werden.
  • Falls Sie vor dem Kammerwechsel bereits eine beA-Karte bestellt haben, brauchen Sie derzeit nichts zu unternehmen, bis Sie diesbezüglich angeschrieben werden. Bitte warten Sie bis dahin ab. In Kürze werden an dieser Stelle weitere Informationen veröffentlicht werden. Bei Kammerwechslern bestehen derzeit noch technische Probleme bei der Behandlung der Identitäten. Alle Schreiben, die Ihnen von Ihrer alten Rechtsanwaltskammer, Ihrer neuen Rechtsanwaltskammer und der Bundesnotarkammer zugehen, bewahren Sie bitte sorgfältig auf. Sie werden rechtzeitig vor dem beA-Start über das weitere Vorgehen informiert.

(Aktualisiert: 20.07.2016)