Zur Sicherheit eines Nachrichtenübermittlungssystems gehört die Verlässlichkeit. Deshalb ist das beA-System so konzipiert, dass alle versandten Nachrichten ihre jeweiligen Empfänger sicher und pünktlich erreichen. Mehrere Hochleistungsserver – verteilt auf verschiedene Standorte in Deutschland – gewährleisten die größtmögliche Zuverlässigkeit. Sollte einer dieser Server ausfallen, so ist die Funktionsfähigkeit des Systems weiterhin über die übrigen Server gesichert.

Die Planungen über die zu erwartenden Datenmengen beruhen dabei auf einer Umfrage, die die BRAK im vergangenen Jahr unter ausgewählten Kanzleien durchgeführt hat. Sie hat ergeben, dass, wenn sämtliche Gerichte über das beA erreichbar sind, bundesweit mit etwa acht Nachrichten pro Sekunde zu rechnen ist. Das sind 28.000 Nachrichten pro Stunde, 672.000 pro Tag.

Dabei muss ebenfalls sichergestellt sein, dass auch Nachrichten, die erst kurz vor Fristablauf versendet werden, pünktlich beim Gericht eintreffen. Es ist daher vorgesehen, das beA-System mittelfristig so weiterzuentwickeln, dass die Schriftsätze selbst vorrangig behandelt werden und so die Wahrung der Frist gewährleistet ist. Große Anlagen werden dann gegebenenfalls getrennt übermittelt.

Sicherheit auch bei technischen Problemen

Für den Fall, dass aber doch einmal etwas schiefgeht – beispielsweise das Netz zusammenbricht – wird es im beA-System nicht-veränderbare Nachrichten- und Postfach-Journale geben. Das heißt, alle Abläufe innerhalb des beA-Systems werden rechtssicher dokumentiert, sodass gegebenenfalls eine Wiedereinsetzung möglich ist. Im Übrigen sieht § 130d Absatz 1 Satz 2 und 3 ZPO vor, dass eine Übermittlung von Dokumenten nach den allgemeinen Vorschriften – das heißt nicht-elektronisch – zulässig ist, wenn die elektronische Übermittlung aus technischen Gründen zeitweilig nicht möglich ist. Die vorübergehende Unmöglichkeit ist dann bei der Ersatzeinreichung oder unverzüglich danach glaubhaft zu machen, auf Anforderung ist ein elektronisches Dokument nachzureichen.