Posteingang des beA-Webclient
Posteingang des beA-Webclient

Über das beA-Postfach können Rechtsanwälte mit Kollegen, immer mehr Gerichten und den Rechtsanwaltskammern kommunizieren. Der Austausch mit Mandanten ist derzeit vom Gesetzgeber noch nicht vorgesehen.

Erreichbar ist das beA-Postfach entweder direkt über das Internet mit einem der aktuellen gängigen Internetbrowser – Firefox, Internet Explorer, Safari, Chrome – oder über die Kanzleisoftware. Den Softwareherstellern wird eine Schnittstelle zur Integration des beA in ihre jeweiligen Programme zur Verfügung gestellt.

Bekanntes Erscheinungsbild

Die Oberfläche des beA-Webclient, der direkt über das Internet zugänglich ist, ähnelt den bekannten E-Mail-Postfachsystemen, bietet jedoch zum Teil erweiterte, an den Anwaltsalltag angepasste Funktionen. So wurde beispielsweise die Einbeziehung von Empfangsbekenntnissen genauso berücksichtigt wie die Möglichkeit, Mitarbeitern und Kollegen bestimmte Zugriffsbefugnisse einzuräumen.

Ordnerstruktur

Die Ordnerstruktur im beA-Postfach ist ebenfalls an die eines E-Mail-Systems angelehnt: Posteingang, Postausgang, Entwürfe, Gesendet, Papierkorb. Zusätzliche Ordner können vom Nutzer angelegt werden. So wäre es beispielsweise denkbar, einen Ordner anzulegen, in den von einem befugten Mitarbeiter alle vom Anwalt zu signierenden Nachrichten abgelegt werden.

Jedes Postfach, auf das der jeweilige Benutzer – ob Rechtsanwalt oder Mitarbeiter – Zugriff hat, erscheint direkt auf der Oberfläche des beA. Auf einen Blick ist so erkennbar, in welchem Postfach neue Nachrichten eingegangen sind.

Sichten – virtuelles Kanzleipostfach

Der Gesetzgeber hat im ERV-Gesetz nur vorgesehen, dass jeder Rechtsanwalt und jede Rechtsanwältin ein beA erhält; eigene Postfächer für Kanzleien wird es daher nicht geben. Um anwaltlichen Organisationseinheiten dennoch ein komfortables Arbeiten zu ermöglichen, wird das beA so entwickelt, dass faktisch ein „virtuelles Kanzleipostfach“ eingerichtet werden kann. Der Schlüssel dazu sind die sogenannten Sichten, die sich jeder Benutzer nach seinem Bedarf gestalten kann. Ein Mitarbeiter kann sich beispielsweise die ungelesenen Eingänge sämtlicher Postfächer, auf die er Zugriff hat, auf einen Blick anzeigen lassen. Damit kann der Posteingang einer Kanzlei auch weiterhin zentral bearbeitet werden. Gerade für etwas größere Einheiten dürfte diese Funktion eine ganz besondere Bedeutung haben.